Kaum eine GemĂŒsesorte steht so fĂŒr Hausmannskost wie die Kartoffel. Dabei ist unser „Local Hero“ eigentlich auch ein exotisches „Superfood“. Und keineswegs ein Dickmacher!

Vielseitig, stark, nĂ€hrstoffreich, kalorienarm, lecker: Die Kartoffel gehört in Deutschland einfach auf den Teller. Als Salz- oder Pellkartoffel, als PĂŒree oder Gratin, als Bratkartoffel aus der Pfanne oder Kartoffelsalat aus der SchĂŒssel. Auch farblich sorgt die Knolle fĂŒr farbliche Highlights in GemĂŒse-Auslagen und -Abteilungen.

Kartoffeln sind SĂŒdamerikanerinnen

Dabei ist auch der Erdapfel ursprĂŒnglich ein Exot: Die heutzutage kultivierten Knollen, von denen in Deutschland knapp 11 Millionen Tonnen pro Jahr angebaut werden, stammen aus SĂŒdamerika. Die Kartoffel ist also „Local Hero“ und „Superfood“ gleichermaßen.

Kartoffeln machen nicht dick

Und das GemĂŒse hat zu Unrecht den Ruf eines Dickmachers: 69 Kalorien (kcal) stecken durchschnittlich in 100 Gramm Kartoffeln. Damit kommen die Knollen mit weniger aus als beispielsweise Reis, Nudeln oder auch Bananen. Den grĂ¶ĂŸten Anteil macht Wasser aus, Fett spielt keine Rolle (0,1g). Mit 2g Eiweiß können Kartoffeln zwar nicht als Protein-Bomben bezeichnet werden: allerdings ist das enthaltene MakromolekĂŒl besonders hochwertig und wird von unseren Körpern sehr gut verarbeitet.

Stark durch resistente StÀrke

Im Fokus steht bei Kartoffeln immer wieder die StÀrke. Ein Grund zur Sorge? Nein!

Das Kohlenhydrat zĂ€hlt zu den Ballaststoffen. KĂŒhlen die gekochten Knollen ab, Ă€ndert sich die Struktur der StĂ€rke. Es entsteht „resistente StĂ€rke“, die quasi „unverdaulich“ ist. Unsere Verdauungsenzyme können sie nicht abbauen und nicht in Zucker umwandeln. Dadurch sinkt der Kaloriengehalt der Kartoffel. Im Dickdarm angekommen, unterstĂŒtzt die resistente StĂ€rke dann auch noch unsere Darmflora. 

Kartoffeln sind vitaminreiche Sattmacher

Zudem halten die langen Kohlenhydratketten der Kartoffeln besonders lange satt. Daher also ihr Ruf der „sĂ€ttigenden Beilage“, den sie wiederum zu Recht haben. Auch Heißhunger lĂ€sst sich so zĂ€hmen. Und, wer hĂ€tte es gedacht? Kartoffel liefern auch noch eine ordentliche Portion Vitamin C. Rund 12 Prozent unseres Tagesbedarfs werden schon durch 100g Kartoffeln gedeckt, die außerdem B-Vitamine, Kalium und auch Magnesium liefern.

ZurĂŒck zum Ursprung: Die Kartoffel als Farbenwunder

Mittlerweile finden sich neben den typisch gelb-goldenen Sorten auch immer hĂ€ufiger exotische Farbenwunder im Kartoffel-Sortiment. „Rotschalige“ und auch dunkel blau-violette Sorten wie die „Vitelotte“ stechen besonders ins Auge. Und tatsĂ€chlich besinnt man sich hier auf die UrsprĂŒnge zurĂŒck: Es sind Ur-Sorten, die wieder vermehrt angebaut werden und keinesfalls neue „trendige ZĂŒchtungen“.

Mit Antioxidantien gegen Freie Radikale

FĂŒr die Farbe sorgt ĂŒbrigens der pflanzliche Farbstoff „Anthocyan“. Er gehört zu den Flavonoiden, sekundĂ€re Pflanzenstoffe, die eine Reihe positiver Eigenschaften haben. Einige Studien haben gezeigt, dass die roten und blau-violetten Sorten bis zu viermal mehr Antioxidantien haben. Das könnte auch gesundheitliche Vorteile mit sich bringen, wenn die ersten Erkenntnisse bestĂ€tigt werden. Denn Antioxidantien fangen freie Radikale ab, schĂŒtzen so unsere Zellen und können sogar Herzkrankheiten, Fettleibigkeit oder auch Krebs vorbeugen.

Die Kartoffel-Frage: Mit oder ohne Schale?

GrundsĂ€tzlich sollten Kartoffeln mit Schale gekocht werden, um ihre NĂ€hrstoffe zu schĂŒtzen. In der SchutzhĂŒlle der Knolle befinden sich weitere Vitamine und NĂ€hrstoffe, die unsere Gesundheit unterstĂŒtzen. Vor allem bei Bio-Kartoffeln kann und sollte man sie also mitessen.

Aber Achtung: GrĂŒne Stellen und Keime immer herausschneiden, die Kartoffel im Zweifel doch lieber schĂ€len. Lagern die Erdknollen zu lange und keimen zu stark, bildet sich giftiges „Solanin“, das sich auch an der grĂŒnen FĂ€rbung zeigt.

Doc Diessners Kartoffel-Fazit

Die Kartoffel ist also keineswegs ein Dickmacher. Wer auf fettige Chips oder Pommes verzichtet und seine Kartoffelmahlzeit immer mal wieder abkĂŒhlen lĂ€sst, der versorgt seinen Körper mit vielen NĂ€hrstoffen, resistenter StĂ€rke und beugt Heißhunger-Attacken vor.

Praktisch: Einfach Kartoffeln fĂŒr zwei, drei Tage vorkochen. Das spart Zeit und Kalorien, wĂ€hrend die resistente StĂ€rke die Darmflora stĂ€rkt!

 

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